Radschnellweg entlang des Südstadt-Campus erinnert an Else Hirschberg (30.01.2023)

Der Radschnellweg am Südstadt-Campus wurde nun nach der ersten Frau, die das chemische Verbandsexamen in Rostock abgelegt hat, Else-Hirschberg-Weg benannt, Fotos: Julia Tetzke / Universität Rostock

An der Universität Rostock waren Frauen erst ab 1909 zur regulären Immatrikulation zugelassen. Daher machten sie zuvor von der Möglichkeit Gebrauch, als Gasthörerin eine akademische Ausbildung zu erlangen.

In der Chemie galt als entsprechender Abschluss ab 1898 das sogenannte Verbandsexamen. Else Hirschberg war die erste Frau, die in Rostock das Verbandsexamen erfolgreich absolvierte. Aufgrund eines fehlenden Abiturs wurde sie jedoch nicht zur Promotion zugelassen. Von 1917 bis 1933 arbeitete Hirschberg mit einigen Unterbrechungen als technische Assistentin am Physiologischen Institut der Universität Rostock. 1927 legte sie eine dem Abitur ähnliche Prüfung ab, was ihr den Abschluss ihrer Promotion im Jahr 1928 ermöglichte. Zudem schrieb sie sich 1928 zum Medizinstudium an der Universität Rostock ein. 1933 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft entlassen. Ausreiseversuche in die USA blieben erfolglos. Am 11. Juli 1942 wurde Else Hirschberg zusammen mit ihrer Schwester Margot in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, ihr genaues Todesdatum ist nicht bekannt. An Else Hirschberg und ihre Schwestern Hertha und Margot erinnern Denksteine in der Schillerstraße 29 in Rostock und nun auch der Radschnellweg in der Südstadt.

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